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Blog,  Psychologische Beratung

10 Schritte zum seelischen Wohlbefinden von GO-ON Suizidprävention

Regionalteam Bruck/Mürzzuschlag von links nach rechts:

Mag.a Verena Reitbauer, Mag.a Helga Kalcher, Mag.a Ulrike Fuchs (Leitung Bruck/Mur, Leoben)

Ziele von GoOn

GoOn Suizidprävention wurde 2011 vom Gesundheitsressort der Steiermark und im Auftrag der Psychiatriekoordniationsstelle als Pilotprojekt in den Bezirken Hartberg und Murau ins Leben gerufen und zwar deshalb, weil die Steiermark, was die Suizidrate betrifft, leider gemeinsam mit Kärnten Spitzenreiter von ganz Österreich ist.

Mittlerweile gibt es GoOn flächendeckend in der ganzen Steiermark. Das Ziel ist es, über Suizid aufzuklären, Tabus zu brechen, darüber zu reden und vor allem, dass man weiß, wohin man sich wenden kann, wenn man sich selbst oder Andere in einer Krisensituation befindet/n. Außerdem bieten die 10 Schritte zum seelischen Wohlbefinden nützliche Tipps, was man sich selber Gutes tun kann und wie man Krisensituationen besser bewältigen kann. Die genaue Beschreibung dieser 10 Schritte befinden sich unter: https://suizidpraevention-stmk.at/?page_id=112 und werden auch in diesem Beitrag thematisiert.

GoOn arbeitet eng mit allen Psychosozialen Diensten in der Steiermark zusammen und bietet kostenlose Vorträge, Webinare, Veranstaltungen und Workshops für verschiedene Alters- und Interessensgruppen an. Inhalte sind zum Beispiel: Basisinformationen zur Suizidprävention, Wege aus der Krise, Vorträge über Alter, Kinder- und Jugendsuizidalität, (Männer)depression, Resilienz oder eben die 10 Schritte zum seelischen Wohlbefinden, um welche es auch im dritten Teil des Podcasts geht. Nähere Infos zu GoON findest du hier: http://suizidpraevention-stmk.at

Online Vortrag zum Thema Suizidprävention von GoON

Die 10 Schritte zum seelischen Wohlbefinden

In diesem Abschnitt möchten wir euch die 10 Schritte zum seelischen Wohlbefinden genauer vorstellen. Im Idealfall werden diese Schritte im Alltag praktiziert auch, wenn es mir im Moment gut geht. Dadurch werden wir resilienter und sind im Ernstfall gewappnet.

1. SICH SELBST ANNEHMEN

Auf jeden Fall kein leichter Schritt, aber wenn ich mir der eigenen Stärken, Schwächen, Bedürfnissen und vielleicht auch Eigenheiten bewusst bin – gelingt es leichter, die Signale des Körpers und der Seele zu verstehen.

Im Alltag sind wir immer wieder mit Situationen konfrontiert, die Selbstzweifel hervorrufen. Wenn ich mir meiner Stärken und Fähigkeiten bewusst bin, ist es einfacher auch Schwächen und Fehler zu akzeptieren.

2. AKTIV BLEIBEN

Bewusste Bewegung ist zentral für die eigene körperliche und geistige Gesundheit. Stress jeglicher Art lässt sich gut mit Bewegung ausgleichen. Es geht weniger darum, dass die Bewegung/Sport anstrengend ist, es geht vielmehr darum, dass du dich dabei wohlfühlst und dich entspannen kannst.

Am besten probierst du einige Sportarten aus, bis du für dich die richtige gefunden hast. Ideal wäre es, diese in den Alltag zu integrieren und 2-3 pro Woche bis zu 1 Stunde zu praktizieren.

3. SICH ENTSPANNEN

Neben gestiegenen Anforderungen im Alltag sowie der täglichen Informationsflut, der wir ausgesetzt sind, wird es immer schwieriger sich zu entspannen und abzuschalten – Überforderung ist die Folge davon.

Daher ist es wichtig, gezielt Pausen zu machen und innezuhalten. Das kann bewusstes Ein- und Ausatmen sein (Atmung ist bei Entspannung zentral) oder was auch immer dich entspannen lässt. Wichtig ist es, Pausen in den Alltag zu integrieren.

4. DARÜBER REDEN

Sich mitzuteilen, egal ob Freud oder Leid, ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Dafür braucht es ein Gegenüber, das mir zuhört, mich erzählen lässt und mir beim Überlegen hilft. Vielleicht kommt dir bereits eine Person aus deinem Umfeld in den Sinn – manchmal kann es jedoch auch erleichternd sein mit einer außenstehenden Person zu sprechen.

5. ETWAS KREATIVES TUN

Dinge, die uns tagtäglich beschäftigen, sind oft schwer in Worte zu fassen. Sich kreativ zu betätigen, kann dabei unterstützen diese Dinge sichtbar zu machen und ihnen einen Ausdruck zu verleihen. Kreatives Schaffen kann Ausgleich zum stressigen Alltag sein und in guten Zeiten als persönliche Kraftquelle genutzt werden unabhängig von künstlerischen Fähigkeiten und Begabung, die dadurch vielleicht zum Vorschein kommen.

6. NEUES LERNEN

Ewiges Lernen und sich auf Neues einzulassen, gibt dem Leben wieder neue Impulse und lässt uns daran wachsen. Dabei wird das Selbstvertrauen gestärkt und das wiederum hebt unseren Selbstwert.

Ebenfalls bedeutet Lernen persönliche Bereicherung – wenn ich mit Freude und Begeisterung etwas lerne, lerne ich leichter und es kann schneller in den Alltag integriert werden.

7. IN KONTAKT BLEIBEN

Ein verlässliches, soziales Netzwerk ist ein wesentlicher Punkt. Denn es schafft Zugehörigkeit, Bestätigung und Geborgenheit. Vor allem in Krisenzeiten ist es die erste Anlaufstelle und ich fühle mich dadurch nicht alleine.

Gute Freundschaften sind nicht selbstverständlich und bedeuten Engagement von beiden Seiten. Daher solltest du unbedingt darauf achten, dass du den Kontakt zu Freunden aufrecht erhält bzw. neue Bekanntschaften knüpfst. Begegnungen mit Menschen/Gleichgesinnten stärken dich in guten, wie auch in schlechten Zeiten.

8. SICH BETEILIGEN

Teil einer einer Gemeinschaft zu sein, kann unglaublich bereichern. Sich als Teil davon zu erleben – sei es in einem Verein, Interessensgemeinschaft oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit lässt mich das Wir-Gefühl als stärkende Kraft spüren und es verbindet. Dafür braucht es natürlich Mut zur Begegnung mit anderen.

9. SICH NICHT AUFGEBEN

Schicksalsschläge, Schock oder Trauer können mich an meine persönlichen Grenzen bringen. Hier ist es ganz wichtig sich für die Verarbeitung Zeit zu geben & nehmen.

Vor allem in diesen stürmischen Zeiten ist es wichtig, sich auf das Positive & alles was gut läuft zu besinnen. Ich muss nicht alles alleine schaffen – ein wichtiger Punkt kann sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

10. UM HILFE FRAGEN

Jeder Mensch durchlebt im Laufe des Lebens Krisen, die ihn auch einmal aus der Bahn werfen können. Vor allem, wenn das Leben droht aus den Fugen zu geraten, ist es wichtig sich Hilfe zu holen – besser früher als später.

Manche Menschen erleben, um Hilfe zu fragen als Ausdruck von Schwäche – dabei ist es genau das Gegenteil: es zeigt, dass du dich mit den Problemen auseinander setzt und diesen mutig entgegen trittst. Hilfe von außen ermöglicht neue Perspektiven und ist ein wichtiger Schritt in der Bewältigung der Krise.

Wichtige Anlaufstellen (rund um die Uhr erreichbar):

Polizei: Notruf 133
Rettung: Notruf 144
Telefonseelsorge: 142
Rat auf Draht: 147

Männernotruf Stmk: 0800 246 247

Falls dieses Thema dein Interesse geweckt hat: Wir haben mit Verena Reitbauer von GoOn Suizidprävention eine Podcastreihe zu diesem Thema veröffentlicht. Den #redmadrüber Podcast gibt es auf allen gängigen Plattformen.

Link zur Spotify-Folge: https://open.spotify.com/episode/73ljc0OgcpMsvRklG70jn0?si=-05JeCU9Qruw6oyxlrvnmQ