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Blog Psychologische Beratung

Angst – zwischen Lähmung und Antrieb

Bewusstes Umgehen mit Ängsten

Willkommen und danke für Ihr Interesse an diesem Beitrag!

Mein Name ist Alexandra Rahbar und ich bin diplomierte psychologische Beraterin, eingetragene SupervisorinAufstellungsleiterin und Mitglied bei der helferzone.

Aufgrund der in den letzten Wochen an mich aktuell herangetragenen Anliegen – besonders aus den helfenden und systemerhaltenden Berufen – geht es in diesem Beitrag um ein Stimmungsbarometer zum Thema Ängste.

Betrachten wir den lock down1 als Krisensituation, dann hatten die letzten Wochen viele unterschiedliche Begleiter:

Unsicherheit, Verzweiflung, Wut, Sorgen, Ängste.

Waren also in dieser Zeit

  • Erwartungsdruck, der uns an oder über die eigenen Grenzen brachte,
  • Unsicherheit bezüglich einer durchaus möglichen Gefahr der Infektion für sich selbst oder jene, die im gleichen Haushalt leben,
  • (drohende) soziale Isolation durch Quarantäne,
  • Überforderung bzw Überlastung besonders durch geleistete Mehr- und Überstunden,

die vorrangigen Themen, so treten jetzt immer mehr Sorgen und Ängste, vor allem Verlustängste (zu Job und/oder Einkommen) in den Vordergrund.

Durch die stufenweisen Lockerungen der letzten Tage und Wochen nimmt zwar einerseits social distancing2 wieder ab, gleichzeitig steigen jedoch andererseits die finanziellen, erneut aber auch die gesundheitlichen Herausforderungen; sind doch einige Mitmenschen über die gelockerten Maßnahmen derart erfreut, dass das Wahren von Abstand oder das Einhalten der Hygieneempfehlungen ausgeblendet oder bereits schlichtweg vergessen wird. Zudem wird uns bewusster, was Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder drohender Jobverlustfür eine finanzielle Belastung bedeuten kann.

Angst in ihren unterschiedlichen Formen begleitet uns auf ganz normale Weise durch den Alltag. Doch besonders in angespannten oder stressigen Situationen gibt es Momente, in denen uns unsere Angst blockiert.

Eine der größten Ängste: Was, wenn es meinen Job trifft?

Zu solchen Sorgen und ihren emotionalen Komponenten gesellt sich oft auch die Angst vor Veränderung oder Verlust. Und alles zusammen lässt uns mitunter heftig gegen Neuerungen sträuben. Dazu ein kurzer Ausflug, denn das Phänomen ist ein altbekanntes:

Vor etwa 200 Jahren waren es sogenannte Maschinenstürmer – das waren meist arme Handweber und Spinner, welche in die durch die Industrialisierung neu entstandenen Fabriken eindrangen und dort ihre Konkurrenz (maschinelle Webstühle) zerstörten. Wirtschaftstheoretiker wie Keynes und Marx sahen in der drohenden Arbeitslosigkeit ein zum Teil vorübergehendes Phänomen; denn die Meinung war, dass auch neue Jobs entstehen würden.

Dies zeigt sich bis heute, da ein Ende der Arbeit bisher ausgeblieben ist; sie hat nur immer wieder neue Gesichter angenommen.

Vielleicht sagen Sie jetzt: „Ja, aber der Job, den ich habe, den kenne ich und ich bin gut darin. Ich mag mir keinen neuen suchen oder neue Dinge lernen, von denen ich nicht weiß, ob ich sie noch lernen mag oder lernen kann.“

Gehen Ihnen vielleicht solche Gedanken durch den Kopf, dann ist es meist Ihre Verlustangst, die aus Ihnen spricht. Ob Sie aus Angst vielleicht Chancen verschenken? Finden Sie es jetzt heraus!

Kontaktieren Sie mich, wenn Sie Interesse an einem Selbsttest zu Ihrer ganz persönlichen Verlustangst haben: Sie erhalten 10 kurze Fragen inklusive Auflösung (Test und Auswertung sind anonym).

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Beitrag? Ich freue mich auf einen regen und spannenden Austausch mit Ihnen!

Eine Veränderung kann vielleicht auch eine Chance sein, neue Leidenschaften zu entdecken und ihnen nachzugehen – mehr dazu im nächsten Beitrag!

Ihre, Alexandra Rahbar

PS: Sind Sie in den letzten Wochen vielleicht an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit gelangt, oder sogar darüber hinausgegangen? Drehen sich Ihre Gedanken vielleicht im Kreis?

Hier kann es schon hilfreich sein, einfach mal zu reden und Entlastung zu finden; gerne habe ich für Sie und Ihre Anliegen ein offenes Ohr!


Neue Wörter oder Bezeichnungen, auch direkt aus einer anderen Sprache übernommen, werden oftmals während einer Veränderungsphase gewählt. In Zeiten, in denen uns oft selbst noch die Worte fehlen, nehmen wir gerne auf etwas Bezug, dass auf uns durch Knappheit oder Wohlklang weniger bedrohlich wirkt und eine durchaus mögliche Angst vielleicht verringern hilft.

So auch bei den, meist aus dem Englischen übernommenen Begriffen:

1) lock down: eine – im Fall von CoVid-19 zur Eindämmung der Pandemie – aus Sicherheitsgründen zeitlich verordnete und durchgesetzte staatliche Einschränkung des öffentlichen Lebens

im nordamerikanischen Raum wird ein lock down während eines Amoklaufs oder eines terroristischen Anschlags aus Sicherheitsgründen zur vollständigen Abriegelung eines Gebäudes oder Gebäudekomplexes verhängt

2) social distancing: Maßnahmen einer räumlichen Distanzierung, also eines Sicherheitsabstands von und zu Personen – von möglicherweise Infizierten zu nicht Infizierten, welche die Ausbreitung einer ansteckenden Krankheit verlangsamen oder stoppen sollen

hat bei uns oft (missverständlich – Ausnahme: Quarantäne) zu gesellschaftlicher und damit sozialer Isolierung geführt

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