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Blog Pflege

Einblicke in den Alltag auf einer Palliativstation

Hallo, wir sind Ela und Sara.

Wir arbeiten zusammen seit 5 Jahren als Pflegekräfte auf einer Palliativstation in München und pflegen und betreuen sterbenskranke Menschen. Wir sind aber keine reine „Sterbestation“. Viel mehr versuchen wir für jeden Menschen der zu uns kommt, den richtigen Weg zu finden und für ihn zu planen. Ob es nochmal nach Hause gehen soll, in ein Hospiz oder ob es doch eine Sterbebegleitung bei uns wird.  

„Wenn du morgens aufwachst, dann weißt du schon, dass du hier richtig bist.“

Elsa, 17.10.2020

Aufgrund der besonderen Situation haben wir einen deutlich besseren Personalschlüssel als andere Stationen. Wir betreuen maximal 10 Patienten.

Das zeigt sich vor allem in der Grundpflege. Wir können dadurch den Patienten entscheiden lassen, wann er sich gerne frisch machen oder frühstücken möchte. Ob es gleich um 8 Uhr ist oder erst um 12 Uhr. Wir versuchen, dass alles möglich zu machen. Wir bitten auch die Angehörigen, die Pflegeprodukte und eigene Kleidung der Patienten mitzubringen. Wir können so die Krankenhausatmosphäre ein wenig nehmen. Ebenso sind unsere Zimmer anders eingerichtet als auf anderen Stationen. Wir haben nur Einzelzimmer, die einen direkten Zugang zu einem Balkon haben. Somit können wir die Patienten an schönen Sonnentagen auch mit Bett auf den Balkon fahren. Auch können Angehörige mit übernachten, wenn sie das möchten.

Anderweitig ist auch die hohe Personalbesetzung wichtig. Denn viele unserer Patienten leiden oft unter starken Symptomen. Immer wieder könne diese durch eine Tumorerkrankung starke Atemnot oder Schmerzen entwickeln. Wenn dies passiert ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und bei dem Patienten zu bleiben, bis die durchgeführten Maßnahmen wirken, damit diese nicht in Panik geraten und Todesängste durchstehen müssen.

Sterbende Patienten, die wenige Tage vor ihrem Tod eine starke Unruhe entwickeln, werden bei uns auf keinen Fall fixiert. Da kommt es auch schon mal vor, dass wir eine 1 zu 1 Betreuung machen.

Prinzipiell wird bei uns kein Patient fixiert. Wir versuchen es durch andere Maßnahmen, wie Auslenken oder kontrolliertes Ausleben der Getriebenheit, zu verhindern.

„Das Thema Tod und Sterben ist leider in der Gesellschaft immer noch ein großes Tabuthema.“

Elsa, 17.10.2020

Aufgrund unserer Arbeit sind wir natürlich regelmäßig mit dem Thema Tod und Sterben konfrontiert, was leider in der Gesellschaft immer noch ein großes Tabuthema ist. Da wir gerne diesen Themen den Schrecken nehmen möchten, haben wir zusammen den Instagram-Account elsa.palliative.care gestartet. Mit unserem Blog möchten wir anderen Pflegekräften, Ärzten, Angehörigen von Schwerkranken, Schwerkranken selbst und Interessierten unsere tägliche Arbeit näherbringen.

In unseren Beiträgen erklären wir unsere tägliche Arbeit. Sei es, welche Medikamente bei welchen Symptomen eingesetzt werden, mit welchen anderen Berufsgruppen wir zusammenarbeiten, oder was unsere Aufgaben sind und wie es uns dabei geht, wenn jemand verstirbt.

Seit Anfang an haben wir, zu unserer großen Freude ein großes Interesse an dem Thema Palliative Care und einen regen Austausch erfahren dürfen, worüber wir uns sehr freuen. Wenn ihr Fragen, Anregungen oder einfach Interesse am Thema habt, folgt uns doch gerne auf @elsa.palliative.care

Wir freuen uns auf euch! Eure Ela und Sara